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Wie erkenne ich Angst?

Ebene der Angst

Es gibt vier Ebenen, auf denen sich Angst zeigen kann:

  1. Gedankliche Ebene: Die Gedanken kreisen oder man kann keine klaren Gedanken mehr fassen, die Konzentration lässt stark nach, man bekommt Alpträume, ist verwirrt.
  2. Gefühlsebene: man ist besorgt, leicht reizbar, wird ungeduldig, manchmal auch wütend. Nervosität macht sich breit, manche haben das Gefühl sterben zu müssen.
  3. Verhaltensebene: Betroffene meiden bestimmte Situationen, entwickeln Zwänge, sind in ihrem Alltag überfordert, können nicht mehr schlafen, greifen zu Suchtmitteln wie z.B. Alkohol oder probieren sich mit anderen Substanzen zu beruhigen
  4. Körperliche Ebene: Das Herz rast, der Atem geht schnell, man ist aus der Puste, evtl.wird einem schwindlig, man bekommt Schweissausbrüche, es wird einem übel bis zum Erbrechen. Man wird immer unruhiger und beginnt zu zittern, der Körper gerät in einen „Überlebensmodus“.

Warum sind Ängste auch nützlich

Grundsätzlich ist Angst eine Schutzreaktion, welche uns angeboren ist. Sie soll uns vor Bedrohungen schützen, unabhänig davon, ob tatsächlich eine Gefahr besteht oder sich diese rein in unseren Gedanken abspielt. Sie kann uns anspornen, Probleme im Alltag anzugehen oder auch Situationen zu vermeiden, welche für uns bedrohlich werden können.

Das Angstempfinden und die entsprechende Reaktion auf eine Situation sind ganz individuell und von Mensch zu Mensch verschieden. Mit unserer Erfahrung im Leben lernen wir Situationen und Gefahren anders einzuschätzen und uns entsprechend zu verhalten.

Angst kann uns davon laufen lassen, aber auch lähmen, so dass wir erstarrt stehen bleiben.

Wann wird Angst problematisch?

Ängste können sich ganz unterschiedlich zeigen, sobald sie den Betroffenen jedoch in seinem Alltag einschränken und für ihn zur Last werden, weil sie immer wieder auftreten, kann sich eine Angststörung entwickeln. Diese können soziale Beziehungen, den Beruf oder auch Tätigkeiten beeinflussen. Eine realistische Wahrnehmung der entsprechenden Situation ist dann kaum noch möglich, vieles wird besonders schlimm und nur sehr einseitig wahrgenommen. Die Lebensqualität ist stark eingeschränkt. Im schlimmsten Fall entwickeln sich aus der Angst Panikattacken, welche ein normales Leben verunmöglichen.

Der ganze Körper leidet unter der Angst: Im Körper lässt es den Cortisol- und den Adrenalinspiegel steigen, der Körper befindet sich im Dauerstress. Beide Hormone werden dann vermehrt ins Blut abgegeben, wodurch Energiereserven mobilisiert werden und die Leistungsbereitschaft (z.B. zur Flucht) steigt. Dadurch erhöht sich der Herzschlag, der Blutdruck steigt. Was in einer Notsituation sinnvoll ist, wird im Dauerzustand für den Körper zur echten Belastung: Er kann sich nicht mehr erholen, unser Immunsystem wird schwächer und das Nervensystem wird permanent strapaziert.

Wohin kann ich mich mit meiner Angst wenden?

Auswege

Nimm dir immer wieder eine Auszeit, besonders von den Medien wie Radio, Zeitung oder TV, denn sie verstärken die Angst noch mehr – und bleibe kritisch! Gehe raus in die Natur, mache Spaziergänge oder praktiziere Yoga und Meditation oder Autogenes Training, treibe Sport, lies ein interessantes Buch und umgib dich mit Dingen und Menschen, die dir gut tun.

Traue dich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, gerade, wenn du merkst, dass dein alltägliches Leben beeinträchtigt ist und du dich auch in der Nacht nicht mehr erholen kannst, weil die Gedanken ständig kreisen.

Im Internet findest du Anlaufstellen, die dich unterstützen können: